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02/11/2026

Binance gehackt: Was passiert ist und was du jetzt tun solltest

Nach dem Angriff auf Binance laufen Auszahlungen wieder schrittweise an. Hier erfährst du, was du in deinem Konto prüfen und für deine deutsche Steuerhistorie sichern solltest.

Binance meldete am 30. Oktober 2026 unautorisierte Auszahlungen mit einem geschätzten Umfang von 6,3 Milliarden US-Dollar. Die Plattform stoppte Auszahlungen vorübergehend, prüfte ihre Systeme und begann, die betroffenen Kryptowerte aus eigenen Mitteln und dem SAFU-Fonds wieder zu beschaffen.

Inzwischen hat sich die Lage verändert. Binance gibt an, rund 95 % der betroffenen Bestände wieder beschafft zu haben. BTC, ETH, USDT, BNB, SOL, USDC, XRP, USD1, RLUSD und ZEC sollen vollständig gedeckt sein. Seit dem 1. November werden Auszahlungen nach Token und Netzwerk schrittweise wieder freigegeben.

Wenn du Binance in Deutschland nutzt, prüfe zuerst deinen Kontostand und die letzten Bewegungen. Lade anschließend deine vollständige Transaktionshistorie herunter. Sie bleibt wichtig, egal ob du deine Coins auf Binance lässt oder auf eine eigene Wallet überträgst: Für eine spätere Steuerberechnung brauchst du weiterhin die ursprünglichen Anschaffungsdaten und -kosten.

Binance-Hack: der aktuelle Stand

  • Binance beziffert die Auswirkungen des Angriffs auf rund 6,3 Milliarden US-Dollar.

  • Die Plattform gibt an, etwa 95 % der betroffenen Kryptowerte wieder beschafft zu haben und den finanziellen Schaden selbst zu tragen.

  • Auszahlungen werden seit dem 1. November schrittweise wieder geöffnet. Prüfe vor jeder Auszahlung den Token und das gewählte Netzwerk.

  • Binance hat bislang keine Hinweise darauf gefunden, dass die Private Keys seiner Wallets kompromittiert wurden. Der vollständige technische Bericht steht noch aus.

  • TRM Labs ordnet den Angriff mit hoher Wahrscheinlichkeit der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor zu. Die Aufarbeitung ist noch nicht abgeschlossen.

  • Der Transfer auf eine andere eigene Wallet löst für sich genommen keine Steuer aus. Anschaffungsdatum und -kosten müssen dabei erhalten bleiben

Wie lief der Angriff auf Binance ab?

Die erste Untersuchung von Binance nannte den kompromittierten Laptop eines Mitarbeiters aus dem DevOps-Team als möglichen Einstiegspunkt. Darüber sollen die Angreifer Zugriff auf einen Service-Container erhalten und unautorisierte Auszahlungen ausgelöst haben. Spätere Prüfungen fanden weitere Zugangspunkte, sodass der Angriff komplexer war als zunächst angenommen.

Nach der Analyse von TRM Labs wurden die gestohlenen Bestände innerhalb von rund zwanzig Minuten über zehn Blockchains bewegt. TRM Labs bringt die Operation mit TraderTraitor in Verbindung, einer Gruppe, die nordkoreanischen Akteuren zugerechnet wird. Binance will nach Abschluss der Untersuchung einen ausführlichen technischen Bericht veröffentlichen.

Binance-Hack: Stand vom 2. November 2026
ThemaWas bestätigt istWas noch offen ist
Betroffener BetragBinance beziffert die Auswirkungen des Angriffs auf rund 6,3 Milliarden US-Dollar.Die endgültige Schadenshöhe hängt auch davon ab, welche gestohlenen Bestände eingefroren oder zurückgeholt werden können.
Wiederbeschaffung der BeständeBinance gibt an, rund 95 % der betroffenen Kryptowerte wieder beschafft zu haben. Die zehn größten betroffenen Bestände sollen vollständig gedeckt sein.Bei einigen weniger liquiden Token war die Wiederbeschaffung am 2. November noch nicht abgeschlossen.
Ursache des AngriffsDie Untersuchung hat mehrere Zugangspunkte gefunden. Hinweise auf gestohlene Private Keys der Binance-Wallets gibt es nach Angaben der Plattform bislang nicht.Der vollständige technische Abschlussbericht steht noch aus.
VerantwortlicheTRM Labs ordnet den Angriff mit hoher Wahrscheinlichkeit der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor zu.Die technische und behördliche Aufarbeitung ist noch nicht abgeschlossen.
AuszahlungenBinance hat am 1. November damit begonnen, Auszahlungen schrittweise wieder freizugeben.Welche Kombinationen aus Token und Netzwerk verfügbar sind, musst du direkt auf der Auszahlungsseite prüfen.
Guthaben der NutzerBinance erklärt, den finanziellen Schaden selbst zu tragen und nicht an die Nutzer weiterzugeben.Nutzer sollten ihren Kontostand und ihre Kontobewegungen trotzdem selbst kontrollieren.

Sind meine Guthaben bei Binance sicher?

Binance erklärt, dass die Guthaben der Nutzer gedeckt sind und das Unternehmen den finanziellen Schaden des Angriffs übernimmt. Die Plattform hat außerdem einen neuen Proof-of-Reserves-Snapshot erstellt und die wichtigsten betroffenen Bestände nach eigenen Angaben vollständig wieder beschafft.

Prüfe dein eigenes Konto trotzdem direkt in der Binance-App oder über die selbst eingegebene offizielle Webadresse. Kontrolliere den Kontostand, die letzten Transaktionen, angemeldete Geräte und aktive API-Schlüssel. Wenn du eine Bewegung nicht erkennst, wende dich über die Plattform an den Support und sichere die gesamte Kommunikation.

Niemand kann dein Guthaben per Direktnachricht freischalten

Binance wird dich nicht nach deiner Seed Phrase oder deinem Passwort fragen und keine Krypto-Zahlung verlangen, um dein Konto wiederherzustellen. Ignoriere E-Mails, Telegram-Nachrichten und angebliche Support-Mitarbeiter, die dir eine Entschädigung oder bevorzugte Auszahlung anbieten.

Sind Auszahlungen bei Binance wieder möglich?

Binance hat am 1. November 2026 mit der schrittweisen Wiederaufnahme begonnen. Ein Token kann auf einem Netzwerk bereits verfügbar sein und auf einem anderen noch gesperrt bleiben, solange die Sicherheitsprüfungen laufen.

Öffne deshalb vor jeder Auszahlung die Auszahlungsseite und prüfe den aktuellen Status des Tokens und des Zielnetzwerks. Kontrolliere außerdem Adresse, Netzwerk und gegebenenfalls Memo oder Tag. Eine Übertragung über das falsche Netzwerk kann zu einem Verlust führen, selbst wenn die Binance-Auszahlung technisch wieder funktioniert.

Was du jetzt in deinem Binance-Konto prüfen solltest

Bevor du entscheidest, ob deine Coins auf Binance bleiben oder in eine andere Wallet wechseln, solltest du den aktuellen Stand deines Kontos sichern. Gehe dabei diese Punkte durch:

  • Kontrolliere deinen Kontostand und die letzten Transaktionen in der offiziellen App oder auf der Binance-Website.

  • Prüfe angemeldete Geräte, gespeicherte Auszahlungsadressen und aktive API-Schlüssel.

  • Ändere dein Passwort, wenn du es auch für andere Dienste verwendest, und aktiviere eine starke Zwei-Faktor-Authentifizierung.

  • Prüfe vor einer Auszahlung, ob der Token und das gewünschte Netzwerk freigegeben sind.

  • Lade deine vollständige Historie mit Käufen, Verkäufen, Tauschvorgängen, Einzahlungen und Auszahlungen herunter.

  • Speichere E-Mails, Kontoauszüge und Transaktions-Hashes, die mit dem Vorfall zusammenhängen.

Danach kannst du entscheiden, wo du deine Kryptowerte aufbewahren möchtest. Eine eigene Wallet beseitigt das Verwahrungsrisiko einer Börse, überträgt aber die Verantwortung für Private Keys und Seed Phrase vollständig auf dich. Wenn du mit Selbstverwahrung noch keine Erfahrung hast, solltest du den Transfer nicht überstürzen.

Ist ein Transfer von Binance auf eine eigene Wallet steuerpflichtig?

Wenn du Kryptowerte von Binance auf eine andere Börse oder Wallet überträgst, die ebenfalls dir gehört, liegt allein durch den Transfer keine Veräußerung vor. Du musst den Abgang und den Zugang jedoch miteinander verbinden können. Anschaffungsdatum, Anschaffungskosten und bisherige Haltedauer laufen weiter.

Anders ist es, wenn du einen Kryptowert gegen Euro verkaufst oder in einen anderen Token tauschst. Bei privaten Beständen kann daraus ein Veräußerungsgewinn oder -verlust nach § 23 EStG entstehen. Erfolgt die Veräußerung innerhalb eines Jahres nach der Anschaffung, ist der Gewinn grundsätzlich steuerlich relevant; nach Ablauf der Jahresfrist ist er bei privaten Kryptowerten grundsätzlich steuerfrei. Gewinne aus sämtlichen privaten Veräußerungsgeschäften bleiben steuerfrei, wenn sie im Kalenderjahr zusammen weniger als 1.000 Euro betragen.

Lade deshalb deine gesamte Binance-Historie herunter, einschließlich der Jahre vor dem Angriff. Die neue Wallet kennt die empfangene Menge, aber nicht automatisch den ursprünglichen Kaufzeitpunkt und den damaligen Wert in Euro.

Übertrage deine Coins, ohne ihre Steuerhistorie zu verlieren

Importiere Binance zusammen mit deinen anderen Börsen und Wallets, gleiche Transfers zwischen eigenen Konten ab und erhalte die Anschaffungsdaten für deine spätere Steuerberechnung.

Was bedeutet der Walletwechsel für deine Steuerhistorie?

Das BMF betrachtet Kryptowerte walletbezogen. Wenn eine Einzelzuordnung nicht möglich ist und du für die Wertermittlung FiFo verwendest, musst du die gewählte Methode innerhalb der jeweiligen Wallet konsequent anwenden und dokumentieren. Ein Transfer darf deshalb nicht wie ein Verkauf auf Binance und ein neuer Kauf in der Ziel-Wallet behandelt werden.

Bewahre den Binance-Export, den Transaktions-Hash, die Zieladresse und die Daten der empfangenden Wallet auf. So kannst du später zeigen, dass du denselben Bestand verschoben hast und wann die übertragenen Einheiten ursprünglich angeschafft wurden. Unsere Anleitung zur Anlage SO für Krypto erklärt, wie steuerpflichtige Verkäufe und Tauschvorgänge anschließend in die deutsche Steuererklärung gelangen.

Die vorübergehende Sperre ist noch kein steuerlicher Verlust

Wenn du einige Tage nicht auf dein Guthaben zugreifen kannst, hast du dadurch noch keinen Verlust aus einem privaten Veräußerungsgeschäft realisiert. Im aktuellen Fall erklärt Binance zudem, die fehlenden Bestände wieder zu beschaffen und den wirtschaftlichen Schaden selbst zu tragen. Sollte ein Guthaben später tatsächlich endgültig ausfallen, müsste der konkrete Sachverhalt gesondert beurteilt werden.

Sichere deine Binance-Historie, auch wenn du die Börse verlässt

Der Angriff kann ein Grund sein, die Plattform zu wechseln oder deine Coins künftig selbst zu verwahren. Deine bisherigen Käufe, Verkäufe, Tauschvorgänge, Gebühren und Transfers bleiben trotzdem Teil der Steuerberechnung für die jeweiligen Jahre.

Finbooks führt diese Bewegungen mit deinen anderen Börsen und Wallets zusammen, erkennt Transfers zwischen eigenen Konten und berechnet Gewinne und Verluste in Euro. So kannst du die Verwahrung ändern, ohne deine gesamte Historie vor der nächsten Steuererklärung neu zusammensetzen zu müssen.

Binance gehackt: häufige Fragen

Binance erklärt, den finanziellen Schaden aus eigenen Mitteln und dem SAFU-Fonds zu tragen. Nach Angaben der Plattform wurden rund 95 % der betroffenen Kryptowerte wieder beschafft; die zehn größten betroffenen Bestände sollen vollständig gedeckt sein. Prüfe trotzdem deinen Kontostand und die letzten Bewegungen direkt in deinem Konto.

Ja. Binance hat am 1. November 2026 damit begonnen, Auszahlungen schrittweise wieder freizugeben. Die Verfügbarkeit kann je nach Token und Netzwerk unterschiedlich sein. Prüfe deshalb vor jeder Transaktion die Auszahlungsseite.Kann ich nach dem Hack wieder von Binance auszahlen?

Ein Transfer auf eine Wallet oder ein Konto, das ebenfalls dir gehört, ist für sich genommen keine Veräußerung. Dokumentiere den Abgang, den Zugang und den Transaktions-Hash, damit Anschaffungsdatum, Anschaffungskosten und Haltedauer der übertragenen Coins nachvollziehbar bleiben.

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